Bava Kamma 238

Kapitel 238

א ולא יטיל בו יותר משלשה חובין ולא יסרוק הבגד לשתיו אלא לערבו ומשויהו לארכו אבל לא לרחבו ואם בא להשוותו עד טפח רשאי
1 Er darf nicht mehr als drei Nahtstiche machen; ferner darf er den Stoff nicht in der Kettenrichtung, sondern in der Einschlagrichtung kämmen; auch darf er ihn nur der Länge nach, nicht aber der Breite nach abgraden; wenn er will, darf er bis zu einer Handbreite abgraden.
ב אמר מר שני חוטין והאנן תנן שלש לא קשיא הא באלימי והא בקטיני:
2 Der Meister sagte: Zwei Fäden. Wir haben ja aber gelernt: drei!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von dicken und das andere gilt von dünnen [Fäden].
ג ולא יסרוק הבגד לשתיו אלא לערבו והתניא איפכא לא קשיא הא בגלימא הא בסרבלא:
3 «Ferner darf er den Stoff nicht in der Kettenrichtung, sondern in der Einschlagrichtung kämmen.» Wir haben ja aber entgegengesetzt gelernt!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Gewande und das andere gilt von einem Staatsmantel.
ד ולא יטיל בו יותר משלשה חובין בעי רבי ירמיה אמטויי ואתויי חד או דלמא אמטויי ואתויי תרי תיקו:
4 «Er darf nicht mehr als drei Nahtstiche machen.» R. Jirmeja fragte: Gilt das Hineinstechen und das Zurückstechen als ein Nahtstich oder zwei? – Dies bleibt unentschieden.
ה ומשויהו לארכו אבל לא לרחבו והתניא איפכא לא קשיא הא בגלימא הא בהמיוני
5 «Auch darf er ihn nur der Länge nach, nicht aber der Breite nach abgraden.» Wir haben ja aber entgegengesetzt gelernt!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Gewände und das andere gilt von einem Gürtel.
ו ת"ר אין לוקחין מן הסורק מוכין מפני שאינו שלו ובמקום שנהגו להיות שלו לוקחין ובכל מקום לוקחין מהן כר מלא מוכין וכסת מלאה מוכין מאי טעמא קננהו בשינוי
6 Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Kämmer keine Wollfasern kaufen, weil sie nicht ihm gehören; wo es aber üblich ist, daß sie ihm gehören, darf man sie von ihm kaufen; überall aber darf man von ihm ein Kissen oder ein Polster voll Wollfasern kaufen, weil er sie durch die Änderung geeignet hat.
ז ת"ר אין לוקחין מגרדי לא אירין ולא נירין ולא פונקלין ולא שיורי פקיעות
7 Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Weber weder die Webereste noch das Trumm noch die Spulenreste noch die Knäuelreste kaufen,
ח אבל לוקחין מהן בגד מנומר ערב ושתי טווי ואריג
8 wohl aber darf man von ihm ein buntes Gewand und Ketten- und Einschlagfäden, gesponnen und gewebt, kaufen. –
ט אמרי השתא טווי שקלי ארוג מבעיא מאי אריג תיכי
9 Ich will dir sagen, wenn gesponnen erlaubt ist, um wieviel mehr gewebt!? – Unter gewebt sind Geflechte zu verstehen.
י ת"ר אין לוקחין מן הצבע לא אותות ולא דוגמות ולא תלושים של צמר אבל לוקחין מהן בגד צבוע טווי בגדים השתא טווי שקיל בגדים מיבעיא מאי בגדים נמטי
10 Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Färber weder Stoffmuster noch Farbproben noch Wollbüschel kaufen, wohl aber darf man von ihm ein gefärbtes Gewand, Gesponnenes und Kleidungstücke kaufen. – Wenn man Gesponnenes kaufen darf, um wieviel mehr Kleidungstücke!? – Unter Kleidungstücken sind Filzkleider zu verstehen.
יא ת"ר הנותן עורות לעבדן הקיצועין והתלושין הרי אלו של בעל הבית והעולה ומשטף במים הרי אלו שלו:
11 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Gerber Felle gibt, so gehört das Abgeschnittene und Abgerupfte dem Hausherrn, und was auf dem Wasser umherschwimmt, gehört diesem.
יב אם היה שחור [וכו']: א"ר יהודה קצרא שמיה וקצרא שקיל ליה אמר רב יהודה הכל עולין למנין תכלת ויצחק ברי קפיד עלייהו:
12 S<small>IND ES SCHWARZE AUF WEISSEM &amp;C.</small> R. Jehuda sagte: Er heißt Kürzender, und das, um was er [das Gewand] kürzt, gehört ihm auch. R. Jehuda sagte: Sie werden hinsichtlich der Purpurquasten mitgerechnet; aber mein Sohn Jiçḥaq achtet darauf.
יג החייט ששייר (מן) [את] החוט כו': וכמה לתפור אמר רב אסי מלא מחט חוץ למחט איבעיא להו מלא מחט וחוץ למחט כמלא מחט או דלמא מלא מחט וחוץ למחט משהו
13 W<small>ENN EINEM</small> S<small>CHNEIDER EIN</small> F<small>ADEN &amp;C. ZURÜCKBLEIBT</small>. Wieviel gehört zum Nähen? R. Asi erwiderte: Die Länge der Nadel und darüber. Sie fragten: Die Länge der Nadel und eine Nadellänge darüber, oder die Länge der Nadel und etwas darüber? –
יד ת"ש דתניא החייט ששייר את החוט פחות מכדי לתפור בו ומטלית שהיא פחותה משלש על שלש בזמן שבעל הבית מקפיד עליהן הרי אלו של בעל הבית אין בעל הבית מקפיד עליהן הרי אלו שלו
14 Komm und höre: Es wird gelehrt: Wenn einem Schneider ein Faden, der zum Nähen nicht ausreicht, oder ein weniger als drei zu drei [Fingerbreiten] großer Flick zurückgeblieben ist, so gehören sie, wenn der Hausherr es damit genau nimmt, dem Hausherrn; wenn es aber der Hausherr damit nicht genau nimmt, so gehören sie ihm.
טו אי אמרת בשלמא מלא מחט וחוץ למחט כמלא מחט פחות מכאן חזי לסיכתא אלא אי אמרת מלא מחט וחוץ למחט משהו פחות מכאן למאי חזי
15 Allerdings ist er, wenn du sagst, in der Länge der Nadel und eine Nadellänge darüber, wenn er kürzer ist, zum Anheften zu gebrauchen, wozu aber ist er zu gebrauchen, wenn du sagst, in der Länge der Nadel und etwas darüber, wenn er noch kürzer ist!?
טז אלא ש"מ מלא מחט וחוץ למחט כמלא מחט שמע מינה:
16 Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er die Länge einer Nadel und eine Nadellänge darüber meine. Schließe hieraus.
יז מה שהחרש כו': ורמינהי מה שהחרש מוציא במעצד והנפסק במגירה הרי אלו של בעל הבית והיוצא מתחת מקדח ומתחת רהיטני והנגרר במגירה הרי אלו שלו
17 W<small>AS DER</small> T<small>ISCHLER &amp;C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was der Tischler mit dem Hobel wegbringt, und was er mit der Säge wegschneidet, gehört dem Hausherrn, und was unter dem Bohrer, unter der Feile und unter der Säge abfällt, gehört ihm!?
יח אמר רבא באתרא דתנא דידן איכא תרתי חציני לרבתי קרי לה כשיל ולזוטרתי קרי לה מעצד באתרא דתנא ברא חד הוא דאיכא וקרו לה מעצד:
18 Raba erwiderte: In der Ortschaft unseres Autors gab es zweierlei Hobelwerkzeuge, das große hieß Axt, und das kleine hieß Hobel; in der Ortschaft des Autors der Barajtha gab es nur eines, und dieses hieß Hobel.
יט ואם היה עושה אצל כו': ת"ר מסתתי אבנים אין בהם משום גזל מפסגי אילנות מפסגי גפנים מנקפי היגי מנכשי זרעים ועודרי ירקות בזמן שבעה"ב מקפיד עליהם יש בהן משום גזל אין בעל הבית מקפיד עליהן הרי אלו שלו
19 A<small>RBEITET ER &amp;C</small>. Die Rabbanan lehrten: Bei Steinmetzen gibt es keinen Raub; beim Bestutzen von Bäumen und Weinstöcken, beim Beschneiden von Dornen, beim Jäten von Pflanzen, beim Umsetzen von Kräutern ist [der Abfall], wenn der Hausherr es damit genau nimmt, als Raub verboten, wenn er es aber damit nicht genau nimmt, so gehört er ihm.
כ א"ר יהודה כשות וחזיז אין בהם משום גזל באתרא דקפדי יש בהן משום גזל אמר רבינא ומתא מחסיא אתרא דקפדי הוא
20 R. Jehuda sagte: Beim Hopfen und beim Getreidefutter gibt es keinen Raub; in Ortschaften aber, wo man es damit genau nimmt, sind sie als Raub verboten. Rabina sagte: Matha Meḥasja ist eine Ortschaft, in der man es damit genau nimmt.
כא <br><br><big><strong>הדרן עלך הגוזל בתרא וסליקא לה מסכת בבא קמא</strong></big><br><br>
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